Computer statt Lehrer?

Wie interaktive Plattformen/Videos/YouTube/das Internet unsere Bildungslandschaft verändern …

Alle reden immer von einer Digitalisierung der Bildung. SmartBoards ersetzen Tafeln. Tablets ersetzen Schulbücher. Wikipedia die dicken Lexika. Wird auch bald schon der nette Nachbar ersetzt, der Nachhilfe gibt? Oder gar der Lehrer? Das Startup-Unternehmen „Sofatutor“ versucht mit Lernvideos das eigenständige Lernen zu fördern. Könnte das die Zukunft sein? Könnten Lernvideos irgendwann echte Lehrer ersetzen?

Die Idee für „Sofatutor“ kommt von dem Berliner Stephan Bayer. Vor einer Matheklausur drehte der Student 2008 ein kurzes Lernvideo und teilte es mit seinen Kommilitonen. Die Reaktionen waren allesamt positiv und so entstand der Plan eine Plattform mit Lernvideos zu erstellen. Heute, 8 Jahre später, hat das Unternehmen mehr als 100 Mitarbeiter und hat sich seitdem rasant schnell weiterentwickelt. 13.500 Lernvideos sind seitdem online gegangen! Doch nicht nur das. Sofatutor hat sein Angebot ausgeweitet. Es gibt seit einiger Zeit auch interaktive Übungsaufgaben und Arbeitsblätter, bei denen das Wissen vertieft und angewandt werden kann. Außerdem stehen täglich „echte“ Lehrer zum Hausaufgaben-Chat zur Verfügung. Weiß man einfach nicht weiter, können die Schülerinnen und Schüler einfach ein Foto der Hausaufgaben verschicken und ihnen wird geholfen. Aber damit nicht genug: Auch Einzel-Nachhilfestunden werden angeboten. Das Ganze funktioniert via Webcam und Mikro.

Ein Sofatutor-Zugang ist für Lehrer und Schulen übrigens kostenlos. Damit soll der Einsatz von interaktiven Medien im Unterricht gefördert werden und die Medienkompetenz sowohl von Lehrern als auch von Schülern erhöht werden. Für Schüler und Privatpersonen kostet ein Zugang 19,95€ pro Monat.Ist das die Zukunft des Lernens? Ersetzen solche interaktiven Plattformen vielleicht bald ganz den klassischen Schulunterricht? Man kann auf die Entwicklung gespannt sein.

http://www.sofatutor.com/


Ann-Kristin, 18, wird am liebsten Anni genannt,
arbeitet für Amnesty International und schreibt
für den Kölner Stadtanzeiger. Sie ist ehemalige
Praktikantin beim WDR und Domradio Köln.


 

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